It is time for another story

Mittwoch, 14.10.2015

Lang, lang ist es her! Hier bin ich mal wieder mit den neuesten Nachrichten aus dem Land der Kängurus, Koalas und weniger süßen Tierchen aka Kakarlaken! Mittlerweile habe ich schon den Scheidelpunkt meines Australien-Abenteuer überschritten. Die Frage, die sich mir unweigerlich stellt, will ich schon wieder nach Hause? Die Antwort auf die Frage ist keine leichte, denn Australien macht es mir immer schwerer. Aber seht selbst, warum es so schwierig ist. Der Manu war mal wieder ein bisschen unterwegs und es gibt auch Neues aus der größten, internationalsten und „saubersten“ WG in Brisbane. So stayed tuned and enjoy!

Auf den Spuren des Crocodile Hunters

Ich weiß nicht, wer sich noch daran erinnert. Aber eine Person, die meine Jugend geprägt hat, war keine geringer als Steve Irwin aka the Crocodile Hunter. Mann, ich hab diesen Mann wirklich geliebt, es war atemberaubend wie er mit den ach so zahmen Tierchen umgegangen ist. Leider ist er viel zu früh von uns gegangen, was dazu geführt hat, dass jetzt jeder Mensch, der in Australien unterwegs ist, panische Angst vor Stachelrochen hat. Aber eigentlich sind sie ganz harmlos und ganz wunderbare Tiere. Man muss einfach ihre Grenzen akzeptieren. Gut, auf was wollte ich jetzt nochmal hinaus. Ja, der Crocodile Hunter. Das schöne an Brisbane ist, dass der Australia Zoo „Stever Irwin Zoo“, nur knappe 2 Stunden von der Stadt enfernt ist. Ich als alter Hardcore Fan musste dort natürlich hinwallen. Gesagt, getan. Noch schnell, den Engländer, den Amerikaner und die Norwegerin eingepackt, dann ging es auch schon los mit unserem Mietauto von unserer Autovermietung des Vertrauens „Juicy“. Die Geschichte vom Zoo ist relativ schnell erzählt, es gab dort sehr viele Tiere zu bestaunen. Wer hätte es gedacht. Nein, wirklich ist es ein sehr schöner Zoo und nach Leipzig bzw. Valencia der schönste indem ich bis jetzt war. Die eine Sache, die mir noch nicht ganz klar ist, warum spricht immer jeder von Kängurus und Koalas, wenn er über süße Tiere von Australien spricht?! Mein heimlicher Star ist eindeutig der Wombat. Ich glaube, wenn ich ein Tier wäre, würde ich gern ein Wombat sein. So knuffig. Ach ja, hab ich eigentlich schon erwähnt, dass wir das wahnsinnige Glück hatten, einen der Tage zu erwischen in denen es in Queensland regnet? Ja, den haben wir erwischt. Der Engländer war der erste, der sich einen Ponscho zugelegt hat und ja, nach einigem hin und her, habe ich mir auch einen zugelegt. Wir müssen ziemlich bescheuert ausgesehen haben. Aufgrund urheberrechtlicher Probleme mit unserer Modelagentur dürfen die Fotos hier nicht online gestellt werden. Glücklicherweise, hat uns die Agentur erlaubt andere Bilder hochzuladen. Also seht selbst. All die niedlichen Tierchen.

Noosa und Rainbow Beach

Australia Zoo war natürlich nur ein kleiner Zwischenstop auf unserem Weg gen Norden. Den ersten Halt machten wir in Noosa. Der Regen war auf diesem Weg unser stolzer Begleiter, was ziemlich doof war, denn es gab nicht wirklich viel zu machen außer unsere Smartphones zu bearbeiten und unsere Freunde/Familie eifersüchtig zu machen mit all den Bildern. Die Not macht erfinderisch und Hunger hatten wir auch, also machten wir uns auf zum Brasilianischen Barbecue. All you can eat. Es war mit das Leckerste was ich je in meinen Leben gegessen habe und dazu noch so eiweißreich. 10 Runden lang wurden mit verschiedensten Fleischvarianten versorgt. Auf die extra Runde haben wir dann doch verzichtet, denn an Überfressung wollten wir dann doch nicht das Zeitliche segnen. Nach einer wunderschönen, ruhigen Nacht (fast ohne Schnarchen), ging es dann am nächsten Tag an den Strand und wir hatten sogar Glück noch einen Parkplatz "nur" 20 Minuten vom Strand zu ergattern. Glück muss man haben und sogar die Sonne schien (bis jetzt). Also rein in die Badehose und ab ins Meer. Schnell ein paar Fotos schießen und einen gemütlichen Tag am Strand genießen. Dachten wir. Keine halbe Stunde später, Regen. Also ab ins Auto und zum Rainbow Beach. Hab ich eigentlich schon erwähnt, wie souverän ich auf der falschen Seite gefahren bin? So stolz, dass ich diesmal keinen Fußgänger mitgenommen habe wie in Thailand. Okay, ehrlicherweise ist er dort noch zur Seite gesprungen, aber es ist mir diesmal wirklich gut gelungen die Abstände abzuschätzen.

Rainbow Beach und hoffentlich besseres Wetter. Der Himmel war zwar leicht bedeckt, aber die Sonne hat sich mehr und mehr durchgesetzt. Nachdem wir uns Quartier bezogen hatten, ging es voller Vorfreude an den Strand. Der Strand war auch wirklich schön, die Sonne schien auch, aber der WIND. Wir konnten nicht mal unser Handtuch hinlegen, schon wurde es wieder weggeblasen. Naja und ins Wasser gehen, war auch nicht wirklich drin. Männer sind halt echt zu verweichlicht, wohingegen unser norwegisches Mädel keine Gefangenen gemacht hat. Schnurstracks ging ins Wasser. Nicht schlecht, hab ich mir da nur gedacht. Das Highlight sollte dann am nächsten Morgen erfolgen. Stand-up Paddeling mit einer 95%-igen Chanche Schildkröten zu sehen. Ihr seht es schon kommen. Ja, echt, wir haben keine Schildkröten gesehen. Das Wetter war ziemlich schlecht und es hat zwischenzeitlich sogar geregnet, da machen Wasseraktivitäten bekanntermaßen am meisten Spaß. Im Ernst, Stand-up Paddeling hat sehr viel Spaß gemacht und war sehr entspannend. Kann ich jedem nur empfehlen, aber ihr sollte Obacht geben und genau wissen mit wem ihr unterwegs seid. Die gemeine Norwegerin fand es nämlich sehr lustig, mir einen Schubs von hinten zu geben, sodass ich rücklings in die Mangroven gefallen bin. Von Erzählungen habe ich mir sagen lassen, dass dieser auf alle Fälle filmreif war. Netterweise hat unser Tourguide, der so etwas noch nie erlebt hat, keine Schildkröten zu sehen, uns angeboten für den halben Preis zu den Twin Hill Islands zu fahren. Hier konnten wir nach atemberaubender Strandrally mit einem 4WD noch ein paar entspannte Stunden am Strand verbringen, inklusiver Wanderung zum Leuchtturm ohne Schuhe. Diese letzten Eindrücke und die warme Frühlingssonne haben dann doch noch zu einem versöhnlichen Ausklang des Wochenende geführt bevor es wieder zurück in die Heimat ging.

Krisensitzung im Haus „Vulture Street #12“, die dänische Eruption

Kaum angekommen, da brodelte es schon wieder gewaltig. Ich war es dieses Mal nicht. :D Mein geliebter dänischer Freund (Ich mag ihn wirklich, bester Personal Trainer ever) hatte schon lange gebrodelt. Zunächst wilde Partynächte mit Bier-Pong, Geschrei und Getrampel. Man muss wissen, dass er genau unter dem Gemeinschaftsraum lebt und jeder noch so kleine Schritt schallt durchs Zimmer als würde eine Horde Elefanten vorbeiziehen. Dann, liegt sein Zimmer auch so ungünstig, sodass jedes Mal, wenn Leute auf die Toilette gehen und vergessen das Licht auszumachen, sein Zimmer beleuchtet wird als wäre er gerade in Las Vegas. Das Fass zum Überlaufen brachte aber die Tatsache, dass manche Leute unfähig sind ihre Sachen in der Küche abzuwaschen und Sachen mal wieder für mehrere Tage einfach rumstehen haben lassen. Dann ist es passiert. Es wurde eine „passiv-aggressive“ Nachricht verschickt an alle Hausbewohner.

“Here's the story of a forgotten kitchen pot. We're now on day 5 in the life of this uncleaned poor little metal bastard. Someone allegedly made a delicious dish some time ago, maybe a nice risotto? But now this poor bastard has been left on it's own for so long that it's actually developing an ecosystem of it's own, now with flies as inhabitants, both dead and alive. What a lucky pot! It might actually be so lucky that in a few more days without further attention it'll actually come alive??? Let's call him Frank then. Hi Frank!”

Eigentlich eine nette Geschichte und ziemlich witzig. Aber manche konnten mit dem Humor anscheinend nicht umgehen. Hier ist auch ein Bild von Frank. Sweet boy, isn’t he?!. PS: auf die Gefahr hin, dass jetzt einige im Haus sauer sind, dass ich das hier veröffentliche, „ein bisschen Spaß muss ein.“ Still love you, guys. Auf alle Fälle, nachdem eine Housemeeting einberufen wurde und wirklich mal Tacheles geredet worden ist, hat sich die Lage dramatisch verschlechtert, ey gebessert natürlich. Unangenehme Dinge müssen einfach mal angesprochen werden, denn es gibt mehr Leute als du denkst, die genauso denken wie du, sich aber nicht trauen den Mund aufzumachen.

Mid-Semester Break

Wir schreiben den 30.9.2015 „Mid-Semester Break“. Endlich mal weg von Brisbane für eine Woche. 8 Tage Whitsundays. Für die Laien unter euch, Whistsundays ist eine Inselgruppe mit 74 größeren, mitteleren und kleineren Insel. Man munkelt auch, dass hier vor kurzen die Crew von the Pirates of the Carribbean V gesichtet worden ist. Sorry, aber der Film spielt leider nicht in der Karibik.

Nachdem wir nach 2 Stunden Flug am Flughafen „Prosperpine“ gelandet sind, fuhr uns unser Busfahrer ins Partymekka Airlie Beach. Vollständiger Weise sei hier erwähnt, dass ich nur mit meinem Engländer unterwegs war, da das Reisen in großen Gruppen nicht so mein Ding ist. Auf alle Fälle hat uns das Partyfieber direkt gepackt. Völlig übermotiviert kauften wir sogleich 4 Packungen Goon je 4 Liter (4*4=16 Liter Wein) und dazu noch 48 Dosen Bier. Kann man ja mal machen. Obwohl ich noch am selben Tag dachte. Holy shit, wer soll das den alles trinken. Aber diese Sorge war völlig unbegründet, aber dazu komme ich vielleicht später.

Um 7 Uhr am nächsten Tag stand das erste Highlight auf dem Plan. 3 Tage Segeln um die Whitsundays mit Schnorcheln, Tauchen, wirklich weißen Stränden und Übernachtung auf dem Boot. Unser Boot war die Raggamuffin II, ein kleines, aber schnuckliges Bötchen, das unsere Herberge für die nächsten Tage sein sollte. Mit uns zweien waren noch 5 hübsche Schwedinnen auf dem Boot inkl. Skipper „Dave“ und Decki „Stefan“. Okay, ich hab geflunkert. Wir hätten uns gewünscht, dass es 5 Schwedinnen wären. Die Realität sah so aus.

Nichtsdestotrotz war es eine super Gruppe und wir hatten eine Menge Spaß. Wir waren so verschieden in jeglicher Hinsicht, aber das hat auch irgendwie den Charme ausgemacht. Und bei Namen wie „the Shark-Wrestler“, „the Wizard“, „the Plank“ und mein persönlicher Favorit „the Weather Cock“ lässt sich nur erahnen was für ein lustiger Haufen wir doch waren. Ich könnte wahrscheinlich einen ganz Roman schreiben über unsere Ausflüge, aber ich beschränke mich hier auf ein paar und den Rest sollen die Bilder erzählen. Whitehaven Beach war wirklich etwas Besonderes. Der reinste Sand, den man auf der Welt bekommen kann. Sogar die NASA ist extra dorthin geflogen, um den Sand zu sammeln für das Hubble-Teleskop aufgrund der Reinheit des Sandes. Irgendwas mit 98.5% Reinheitsgehalt (Notiz an mich: Quelle einfügen). Das zweite Highlight war das Schnorcheln mit Schildkröten. Einer unserer Mitfahrer hat gesagt: „Wenn man eine Schildkröte sieht, wird man einfach glücklich.“ Kann das nur bestätigen. Sie wirken so unbeholfen, träge, einfach so unglaublich entspannt. Schildkröten machen glücklich. Sicherlich kann auch keiner behaupten eine Schildkrötenwaschanlage gesehen zu haben, aber sie gibt es. Die Schildkröten reihen sich hintereinander auf und kleine Fischchen befreien sie von Schmutz von ihrem Panzer und wehe, wenn einer versucht zu drängeln, dann wird er gleich zurechtgewiesen. Das ist echt wahr, wir haben es live gesehen. Nachdem unser Segelturn vorbei war, wurde am Abend noch richtig zusammen abgefeiert. Schließlich hatten wir noch etwas Bier zu Hand und die Vorräte mussten ja schließlich vernichtet werden.

Die nächsten Tage waren etwas ruhiger. Partymachen wurde zur Normalität, aber die nächsten zwei Tage wurde hauptsächlich damit verbracht an der Lagoon abzuhängen. Am Montagnachmittag gegen 5 Uhr beschlossen wir zum Honeyeater Lookout Point zu wandern. 5 Kilometer hoch, 5 Kilometer runter. War auch kein Problem, obwohl es teilweise richtig steil war und wir wie verrückt geschwitzt haben, aber die Aussicht war Klasse, obwohl mit Sonnenuntergang war da nicht viel. Die Sonne wurde verdeckt von den Hügeln, aber trotzdem die Farbenspiele haben uns doch sehr imponiert. Was wir nur nicht bedacht hatten, war die Tatsache, dass wir ja wieder 5 km zurückwandern mussten. Es war stockfinster, überall knisterte es, weiß Gott, welche Tierchen dort auf uns lauerten. Meine Güte wir sind den Berg heruntergejoggt, bei jedem 2. Schritt musste man aufpassen nicht umzuknicken oder einen Abflug zu machen. Wir haben es aber geschafft, wohlbehalten und heil wieder unten anzukommen.

Wir schreiben Montag den 28. September, WIR HABEN ES GESCHAFFT. Unsere Alkoholvorräte sind aufgebraucht, dank der freundlichen Unterstützung von Deutschland, Kanada, Peru, Belgien, Schweiz und anderen Nationalitäten. Legendär war der Montagabend. Jeder kennt sicherlich den Spruch, „Komm, ein Bierchen können wir trinken“. Es blieb auch bei dem einen, doch hinzu kamen noch 2 Packungen Goon (2*4=8 Liter Wein). Nach 50 Partien „Arschloch“, war es dann auch Zeit um 5 Uhr endlich ins Bett zu gehen, schließlich mussten wir ja 2 Stunden später wieder aufstehen, um unseren Tagesausflug zur Daydream und Hamilton Island anzutreten. Der Tag war eine einzige Tortur. Wir haben so ziemlich überall geschlafen, wo wir konnten. Auf dem Boot, am Pool, am Strand, im Buggy, im Restaurant. Es war auch nicht weiter schlimm, da vor allem die erste Insel „Daydream“ein kompletter Reinfall war. Hamilton hingegen war recht nett. Am meisten machte das Cruisen mit den Golfcarts Spaß. Auf der Insel gibt es nur elektrobetriebene Golfcarts und es war eine sehr entpannte Methode, um die Insel zu erkunden. Nach erfolgreicher Erkundung der zwei Inseln ging es wieder zurück zum Airlie Beach, um mal endlich richtig auszuschlafen. Falsch. Party war wieder angesagt. "The Wizard“ was back in town und wollte unbedingt nochmal weggehen. Gesagt, getan. Gleiches Spiel wie am Vortag. Um 5 Uhr ins Bett, um 7 aufstehen. Hey, wer braucht schon Schlaf. Diesmal war das Ziel „the outer Great Barrier Reef“.

Wir beide waren noch ziemlich hung over und die Fahrt machte es nicht wirklich besser. Raue See, starker Wellengang, also genau die richtige Mischung, um seinen Kater auszukurieren. Nach 2 Stunden kamen wir und die restlichen 200 Gäste (90% Chinesen) am Ziel an. Was soll ich sagen. Es war ziemlich blau. Das Reef liegt unter Wasser, also gibt es nicht wirklich viel zu sehen an der Oberfläche. Warum schreibe ich das jetzt wohl. Nun, die Sache ist, dass gefühlte 50% der 180 Asiaten nicht schwimmen können. Was natürlich doof ist, wenn man Schnorcheln oder Tauchen gehen soll. Aber anscheinend hatten sie trotzdem viel Spaß, ein Selfie dort, ein Selfie da und schon war der Trip die Sache wert gewesen. Zurück zu uns. Tauchen und Schnorcheln am Reef war wirklich atemberaubend. Leider sahen wir keine Riffhaie oder ähnliche coole Tierchen. Aber nichtdestotrotz ist es eine wahrhaft atemberaubende Landschaft, die sich vor einem auftut, wenn man sich im Korallenriff treiben lässt. Seht selbst.

 

Jeder Trip neigt sich irgendwann leider dem Ende zu. Nach 9 Tagen atemberaubender Landschaften, rauschenden Nächten, treffen von unglaublich tollen Leute, hieß es dann wieder Abschied zu nehmen. Zurück in den harten Unialltag von Brisbane. Das war es auch wieder von mir. See you soon. Bis zur nächsten Story. 

Euer Manu

Oktoberfest in Brisbane

Fraser Island

Byron

Neusseeland

Von Ossi-Land nach Aussie Land - The show must go on -

Sonntag, 06.09.2015

Gold Coast – Das Miami von Australien

So mittlerweile haben wir Anfang August. Es wird Zeit für den ersten Trip. Ziel ist die Gold Coast, genauer gesagt „Surfer’s Paradise“. Das Schöne an der Sache ist, dass man mit dem Zug nur 2 Stunden von Brisbane benötigt, um dort hinzukommen. Vielleicht war jemand von euch schon mal in Miami, denn so sieht es in etwa an der Gold Coast aus. Hochhäuser, Strand und Meer. Ich persönlich bin ein Fan von dieser Kulisse und während wir dort waren, habe ich es schon ab und zu bereut, dass meine Uni in Brisbane und nicht an der Gold Coast ist. Andererseits ist es auch gut so, sonst würde ich wahrscheinlich gar nicht mehr aus dem Feiern rauskommen und mein Geldbeutel dankt es mir auch. Es lohnt sich aber definitiv dort mal wegzugehen und Männer (ja auch Frauen), es gibt ordentlich was zu sehen, wenn ihr wisst was ich meine ;-). Ich für meinen Teil hab die meiste Zeit dort damit verbracht, um am Strand zu entspannen und Beachvolleyball zu spielen. Apropos spielen, das National Team (Frauen) von Australien trainiert dort und „Wow, die können spielen.“ Leichtsinnigerweise, haben ich und mein Kumpel uns auf ein 2 gegen 2 eingelassen. Was soll ich sagen, wir wurden zerstört. Vom Nachtleben habe ich ja schon berichtet, es ist großartig dort. Ich sag nur „Sin City“ :D. Gibt auf alle Fälle viel zu erleben und ich werde bestimmt noch öfters hier aufschlagen in der nahen Zukunft.

Wieder zurück in Brisbane - Partyalarm

Das Nachtleben in Brisbane hat so einiges zu bieten. Beliebtes Partyviertel ist das „Valley“. Hier reiht sich ein Club an den anderen. Ricks, Wooly Mammoth, Oh hello und natürlich mein Lieblingsclub „Cloudland“ sind nur einige der zahlreichen Partylocations. Anders als in Bangkok, geht es dort nur von Donnerstag bis Sonntag ordentlich zur Sache. Unter der Woche ist eher entspanntes Weggehen angesagt, d.h. in einer der zahlreichen Bars an der Southbank oder im West End. Ihr seht schon man kann seine Tage hier schon recht gut rumbekommen. Falls ich mal Heimweh habe, dann ist das Bavarian Beer Cafe die richtige Adresse. Die Haxe „pork knuckle“ braucht sich vor seiner deutschen Konkurrenz auf alle Fälle nicht verstecken. Sehr lecker und über das Bier, darüber müssen wir nicht sprechen, es war eine Genugtuung. Die Australier probieren zwar viel aus, aber irgendwie trifft es nicht so meinen Geschmack. Weniger ist mehr. Ich sag nur „deutsches Reinheitsgebot“. Ich würde ja gerne mehr ins Detail gehen über das Nachtleben an dieser Stelle, aber zum einen ist es u. U. nicht jugendfrei und zum anderen will ich sicher gehen, dass ihr mich in guter Erinnerung behaltet. ;-)

 

Race Day

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr am Abend total gerädert nach Hause kommt und dann kommt man irgendwie auf die komplett verrückte Idee nochmal wegzugehen. So geschehen am 11.08.2015. „Komm Manu, ein Bier und wir gehen nach Hause“. Aus dem einen Bier wurden dann schnell vier und zahlreiche Tequilla Shots. Um 5 war ich zu Hause und zum Glück konnte ich ja "nicht" ausschlafen. Race day stand an. Am 13.08. ist in Brisbane ein Feiertag „Ekka“. Es ist ziemlich verrückt und ganz ehrlich, man hat diesen Feiertag nur eingeführt, um einen guten Grund hat sich volllaufen zu lassen. So ist zumindest meine Einschätzung. Aber zurück zum Race Day - Pferderennen. Ihr wisst schon, aufgestylte und schöne Menschen mit lustigen Hüten. Nun ja, im Fernsehen sieht das immer so schick und zivilisiert aus, aber was im Verborgenen der Kameras passiert ... lasst euch sagen, es ist das reinste Besäufnis. Man kann sich das Ganze wie ein Festival vorstellen, nur mit dem feinen Unterschied, dass jeder sich in Schale wirft. Männer kommen in Anzug, Frauen in ihren schönsten Kleidern und Kostümen. Aber eigentlich ist es verrückt so einen Aufzug zu betreiben, denn mit steigendem Alkoholkonsum fallen auch jegliche Hüllen und das meine ich jetzt nicht im übertragenen Sinne. Die Australier, aber auch einige Europäer, hauen sich dermaßen die Birne voll, dass sie nicht mehr im Stande sind irgendwas zu machen, außer sich im Dreck zu wälzen. Nur um sicherzustellen, ich war nicht unter denjenigen. Wahrscheinlich war ich noch zu verkatert vom Vortag, trotzdem hat es mich nicht abgehalten davon um Punkt 11 Uhr auf der Matte zu stehen. Nachdem ich das erste Gläschen vom leckeren „Goon“ intus hatte, war der Kater wie fortgeblasen. Was ist Goon wollt ihr jetzt bestimmt wissen. Goon ist der billigste Wein, den man in Australien bekommen kann. Im Allgemeinen ist der Alkohol sehr teuer hier, aber Goon wird in einer Art Tetra Pack verkauft und fasst um die 4 Liter für 12 australisches Dollar. So recht gutes Preis-Mengen-Verhältnis. Über den Geschmack brauchen wir jetzt nicht zu reden, aber nach 2-3 Gläschen (bzw. Kaffeetassen, wir haben nämlich nur ein Weinglas für unser 30-Mann starkes Haus) fängt er langsam an zu schmecken und ehe man sich versieht, ist es das Leckerste was man je auf dieser Welt getrunken hat. Ne Spaß, es ist echt ne Zumutung, aber irgendwo muss man ja den Geldbeutel schonen. Zurück zum Race Day, ich hab mich natürlich auch nicht lumpen lassen und habe auch gezockt und was soll ich sagen „Ich bin jetzt Millionär“. So oder so ähnlich habe ich mir das jedenfalls vorgestellt in meinen Träumen, die Realität war jedoch eine andere. Mein Pferd hat auf der Zielgeraden schlapp gemacht und verpasste den 3. Platz um eine hundertstel Sekunde. Somit war mein 20 $ Einsatz auch futsch. Anschließend hab ich nicht mehr gezockt, aber es war schon ein lustiges Erlebnis. Geht schon gut ab.

 

Neues aus dem Hause

Wer von euch kennt den noch alles Big Brother? Könnt ihr euch noch erinnern die Staffel mit "dem Nominator" Christian erinnern. Ja okay, ich gebe zu, ich habe es geschaut. Sünde meiner Jugend. Aber zurück zu meinem Punkt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich gute Chancen hätte, diesen Titel in unserem Hause zu erlangen. Ich würde wahrscheinlich jede Woche auf der Abschussliste stehen. Jetzt wollt ihr bestimmt wissen warum? Na schon aufgeregt? Was wird es wohl sein? Ach, ich erzähle es lieber doch nicht, möchte euch ja nicht langweilen. ;-) Okay, ich rücke raus mit der Sprache. Es gibt einfach Situationen, in denen man Tacheles reden muss, gerade wenn man mit so vielen Leben unter einem Dach zusammenlebt. Gerade im Bezug auf Sauberkeit in der Küche gibt es handlungsbedarf und einer muss halt auch mal ein Machtwort sprechen oder mehrere. Sorry, ich bin zwar selbst nicht der allerordentlichste und meine Mutter kann das sicherlich bestätigen, an dieser Stelle auch einen schönen Gruß, aber was hier manchmal abläuft, da kann man schon mal einen echten Hals bekommen. Teller die tagelang in der Küche rumstehen, nicht gewaschene Töpfe, Essensreste auf den Boden, vom Herd spreche ich jetzt lieber mal nicht. Aber es ist halt mal so, wenn man in einer Gemeinschaft wohnt, muss man gemeinsam dafür sorgen, dass gemeinsam genutzte Räume ordentlich und sauber sind. Die Einstellung teilen leider nicht viele. Deswegen seh ich mich gezwungen, ab und zu eine mehr oder weniger liebe E-Mail zu verfassen oder Gespräche mit meinen Mitbewohnern zu führen. Wer hätte es gedacht, es zeigt Wirkung, auch wenn ich jetzt von meinen geliebten Mitbewohnern als „angry German“ bezeichnet werde. Damit kann ich leben, gerade wenn die Ergebnisse für sich sprechen. Lesson learnt – Geduld und Ausdauer muss man haben. 

Mt. Coot-Tha

Ausflug zum Mt. Koota mit meinen dänischen Freunden. Das Land, welches im internen Sauberkeitsranking in der Vulturestreet nach Deutschland auf Platz 2 steht. :D. Mt. Koota is ein kleiner Berg, Hügel unweit von Brisbane, von dem man eine super Aussicht auf die Stadt und die Umgebung hat. Könnt ihr ja anhand der Bilder selbst sehen.

Australian Football League und Rugby

Wieder mal zwei Hacken gemacht. Mein erstes Australian Football League Game. Brisbane Lions vs. Gold Coast Suns Australian Football League erinnert ein bisschen an Quidditch. Die Regeln hier zu erklären, würde den Rahmen sprengen. Aber es ist ein sehr unterhaltsames Spiel. Vor allem die Ausraster der Fans sind hier zu erwähnen. Das Schöne ist dann, wenn man vom Spiel eigentlich keine Ahnung hat, aber mächtig mitschreit und mitschimpft. Hat richtig Spaß gemacht. Das Spiel hat Brisbane am Ende leider verloren, obwohl sie das ganze Spiel im Schlagdistanz waren. Aber ich muss auch ehrlich sagen, einmal ist genug, die Bundesliga liegt mir doch mehr am Herzen.

Nachdem das Australian Football League Spiel abgehakt war, sind wir in der darauffolgenden Woche zum Rugby gegangen. Rugby ist "der Sport" hier in Australien und genießt in etwa den gleichen Stellenwert wie Fußball in Deutschland. Brisbane ist auch wirklich gut in dieser Saison, zurzeit sind sie erster in der Tabelle. Dementsprechend war das Spiel auch relativ schnell entschieden. Brisbane hat die andere Mannschaft, man kann sagen, richtig auseinandergenommen.

 

Lustiges aus dem Fitnessstudio

Wie ihr vielleicht wisst oder auch nicht „Ich liebe Sport“ und es ist ein Traum hier für mich in Brisbane. Die Gym ist nur 200 Meter entfernt, sodass ich täglich oder auch zweimal dort meine Zeit verbringe, um lustige Sachen wie Handstand zu üben oder an meinen Boxkünsten zu feilen. Es wird langsam, aber damit möchte ich euch jetzt auch nicht weiter langweilen. Zur lustigen Geschichte. Im Fitnessstudio gibt es auch eine gemischte Sauna. Als Deutscher geht man ja gewöhnlich nackt in die Sauna und ich dachte, dass wäre auch in der Rest der Welt so. Nun ja, mein Mitbewohner hat mich schon komisch beäugt „Was, du willst nackt in die Sauna?“, ich: „Ja, warum nicht.“, er: „das macht man hier nicht, du kommst in den Knast hier dafür wegen sexueller Belästigung.“ Das Risiko wollte ich natürlich nicht eingehen, also hab ich mir auch meine Badehose angezogen. So sitzen wir dort 5 Minuten, da kommt eine asiatische Frau in die Sauna, jetzt kommt es, völlig bekleidet. Mit völlig, meine ich auch völlig bekleidet. Straßenschuhe, Jeans, Pullover (es ist ja Winter hier (25 Grad)) und macht sich es in der Sauna gemütlich. Ich konnte meinen Augen nicht trauen, das passiert jetzt gerade nicht wirklich. Aber anscheinend ist das hier der gängige Trend. Eine Woche später komme ich wieder in die Sauna. Sitzen dort ein Mann und eine Frau mit ihren verschwitzten Sportklamotten in der Sauna. Wer jetzt denkt, die sitzen dort nur für 2 oder 3 Minuten, der täuscht sich gewaltig. 15 Minuten saßen die dort. Nach einer Minute musste ich wieder raus, weil ich so  einen Lachkrampf bekam. Ich hab mir nämlich vorgestellt, wie ältere Deutsche "Senioren" auf diese Situation reagiert hätten. Die maulen ja schon rum, wenn jemand ein zu kurzes Handtuch benutzt. Oh Mann, ich konnte nicht mehr. Lesson learned. Ab und zu ist es gut auf andere zu hören, sonst würde ich diese Zeilen nun sehr wahrscheinlich hinter schwedischen Gardinen verfassen.

Studium

...Wieso bin ich eigentlich in Australien? …

…Uni Montag und Dienstag – Rest ist Wochenende …

Wie ihr seht, ich weiß gar nicht was ich schreiben soll, so oft bin ich in der Uni und soviel habe ich zu tun. Um fair zu sein, so sahen meine ersten 5 Wochen aus. Nun hat es tatsächlich etwas angezogen und das ist auch irgendwie gut so. Intensive zwei Wochen liegen hinter mir und die Ergebnisse können sich denk ich mal sehen lassen. Aber an sich, ist das Studium wesentlich entspannter als in Leipzig, aber nichtsdestotrotz wird schon einiges erwartet und man muss schon ab und zu mal aufs Gas treten. Trotzdem der Spaß kommt definitiv nicht zu kurz hier.

Stradbroke Island

Gewohntes Bild. Irgendwie haben wir immer am meisten Lust wegzugehen, wenn wir am nächsten Tag verdammt früh aufstehen müssen. So auch gestern. Bis 2 Uhr waren wir „nur“ unterwegs, aber wenn man um 6 Uhr aufstehen muss, ist das wirklich hart. Aber die Vorfreude überwiegte, sodass ich und mein Kumpel dann auch pünktlich um 6.30 losgezogen sind. Nur einer hat es nicht mehr geschafft sich aus dem Bett zu quälen. Nach 2 Stunden Anreise. Endlich am Ziel. Stradbroke Island. Die Anspannung und Vorfreude stieg schon, endlich Wale in freier Natur zu sehen. Während den Wintermonaten in Australien (Juli-November) ziehen nämlich Buckelwale ziemlich nah an der Insel vorbei, um sich auf dem felsigen Untergrund den Rücken zu graulen. So hab ich das zumindest verstanden. Tatsächlich, nach einer gewissen Weile, haben wir auch Wale gesehen. Mal mehr, mal weniger. Fontänen von Wasser haben verraten, wenn sich einer in der Nähe befand und ab und zu haben sie uns auch mit ihrer Flosse zugewunken. Springen hab ich leider keinen gesehen. Dafür beim nächsten Mal vielleicht. Begleitet wurden dies von Delfinschulen. Es war wirklich einzigartig, diese faszinierenden Tiere in freier Natur zu sehen. Super Erlebnis. Aber der Tag war nicht nur für mich, sondern auch für meine Schwester ein ganz besonderer. ES WAR IHRE KIRCHLICHE HOCHZEIT. Auf diesem Wege wünsche ich euch beiden (Caro und Ronny) nochmals alles, alles Gute und ich hoffe, ihr hattet eine super schönen Tag. Wir hätten natürlich auch am Strand feiern können, wie er auf den Bildern erkennen könnt, war ich auf alles vorbereitet. Ach ja, und bevor ich es vergesse, hat jemand sich schon mal an Sandboarding probiert? Ich jetzt schon. War ein super 'frustrierendes' Erlebnis. Hab fast 1,5 Stunden gebraucht, um endlich halbwegs den Berg herunterzufahren/-fliegen. Ich muss wirklich an meiner Balance arbeiten. Spaß hat es aber troztdem am Ende gemacht und man es wieder einer Erfahrung reicher. Niemals aufgeben. Irgendwann klappt alles. Zum Abschluss hab ich dann auch endlich mein erstes freilaufendes Känguru gesehen.

Das war es mal wieder von meiner Seite. Ich hoffe, der Blog war nicht zu langweilig und stayed tuned für den nächsten Bericht aus Australien.

PS: Ich bitte um Verzeihung wegen der Filter, war nicht so geplant, meine Kamera war falsch eingestellt.

 

Von Ossi-Land nach Aussie-Land - Der Anfang

Donnerstag, 06.08.2015

Hallo meine Lieben, hier ist mein erstes Lebenszeichen aus meiner "neuen Heimat" Australien. Vorne weg möchte ich mich für evtl. Rechtschreib- und Grammatikfehler entschuldigen. Nehmt mir es bitte nicht so übel, aber es fällt mir zunehmend schwerer die richtigen Worte in der Muttersprache zu finden. Nun, wo soll ich beginnen. Natürlich mit der ersten Woche.

"Das Abenteuer beginnt"

Wir schreiben den 9. Juli 2015 Abflug von Frankfurt Flughafen nach Brisbane, Australien mit Zwischenstopp in Abu Dhabi und Perth. Mal wieder unterwegs mit meiner Lieblingsairline Etihad und gleich mal das on-board Internet ausgenutzt, um mein letztes Paper für das Sommersemester  abzuschicken. Der Note nach ist mir das gut gelungen, aber ich will hier ja nicht angeben. Also nun zum Wesentlichen. Nachdem ich nach einer gefühlten Ewigkeit (29 Stunden Reisedauer) endlich australischen Boden unter den Füßen hatte, wurde ich bereits von einem Fahrer meiner Auslandsuniversität empfangen, der mich zu meiner temporären Unterkunft chauffierte, aber erst nachdem ich den Beifahrersitz auf der richtigen "der linken Seite" eingommen hatte. Der Fahrer staunte nicht schlecht als ich mich direkt vors Steuer setzte :D (Hummeldumm lässt grüßen). Well, kann ja mal passieren. Warum müssen die hier auch auf der falschen Seite fahren? (Immer diese Querdenker). Jedenfalls setzte mich der Fahrer bei meiner Unterkunft dem "Eton Guest House" ab und ich wollte einfach nur schlafen. Dachte ich jedenfalls. Nur fanden zur gleichen Zeit Instandsetzungsarbeiten an den gegenüberliegenden Gleisanlagen für die Bahn statt. Ein unglaublicher Lärm, aber dank meiner Ohropax und totaler Erschöpfung bin ich doch recht früh eingeschlafen.

"Brisabane and me - get to know each other"

Neuer Tag, neues Glück. Tagesziel meine neue Heimatstadt unterkunden. Nur schien es so als würde hier keine Menschenseele wohnen. Alles verwaist und alle Geschäft geschlossen. "Super, wo bist du den hier gelandet" dachte ich mir schon. Nichtsdestotrotz setzte ich meine Erkundungstour fort und ich musste schnell erfahren, dass die Stadt doch nicht ganz so verwaist ist. Die Shoppingstraße "Queen Street Mall" war sehr  belebt und lädt auf alle Fälle für zukünftige Shoppingerlebnisse ein. Naja, so verbrachte ich die ersten zwei Tage in Brisbane. Die Stadt erkunden und schlafen, was nur gelegentlich gelang, weil entweder bis tief in die Nacht an den Gleisen gearbeitet wurde oder mich der Jetlag wach hielt. Am 13. Juli war dann der erste Orientierungstag, aber eigentlich hatte ich keinen Nerv dazu, wollte losziehen und eine Wohnung finden. Das Hostel war nett, aber ich hatte einfach keinen Bock mehr und außerdem war es verdammt kalt dort. Hab ich schon erwähnt, dass hier gerade Winter ist und für Queenslandverhältnisse einer der härtesten seit langen. Also nur um es klarzustellen wir sprechen hier von 7 Grad in der Nacht und 20 Grad am Tage, aber ohne Heizung und nur einem Laken als Decke können selbst 7 Grad in der Nacht ganz schön zur Tortur werden. Aber ich hab es überlebt.

"Wohnungssuche Teil 1"

Naja jedenfalls, war dann endlich Montag und ich wollte mit der Wohnungssuche beginnen. Also ging ich wie von der Uni empfohlen zum Accomodation Office nur um zu erfahren, dass ich mir erstmal die Orientierungsvorträge anhören sollte und später wiederkommen sollte, man könnte das auch später regeln. Also pflichtbewusst wie ich bin, ging ich zu den super-spannenden Vorträgen, denen ich aufmerksamen folgte wie man unschwer erkennen kann.

Nach getaner Arbeit ging ich wieder zum Accomodation Office, wir hatten gerade mal 4 Uhr am Nachmittag, nur um zu erfahren, dass sie jetzt geschlossen hatten. Der Frau wäre ich am liebsten an die Gurkel gegangen. Aber hilft ja nix, dann eben am nächsten Tag. Der Junge und die zwei Mädels, die mit mir auf dem Bild sind, sind übrigens jetzt meine Mitbewohner. Aber dazu komme gleich. Nur der Vollständigkeit halber, die Geschäfte in Australien haben zwar jeden Tag in der Woche geöffnet, aber dafür schließen die meisten bereits um 17 Uhr. Ich hab immer gedacht, wir sind in Bayern arm dran, aber nein, es gibt immer jemanden der einen draufsetzen muss.

“Wohnungssuche Teil 2”

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass mich das alles nicht belastet hätte. Es war super nervig und diese Ungewissheit, wann finde ich eine Wohnung, gibt es überhaupt noch etwas Gescheites, wie lange muss ich noch in diesem Hostel bleiben? Es war sehr nervenaufreibend, aber den Kopf in den Sand stecken, hilft ja bekanntermaßen nicht. Wieder ging es los und welch ein Glück, wir konnten sogar einige Wohnungen noch am selben Tag besichtigen (Also wir vier plus eine Deutsche, die wir im Laufe des Tages kennengelernt haben). Leider, waren die ersten Objekte nicht sehr einladend bzw. gab es nicht genug Zimmer für uns alle. Aber eine Wohnung/Haus stand noch auf der Liste zur Besichtigung. Ein Haus im Szeneviertel West End. Der Haken an der Sache, es leben dort 30 Leute in einem/zwei Haus/Häusern mit Gemeinschaftsbädern und Küche. Aber immerhin, jeder hat sein eigenes Zimmer. Ich weiß nicht wirklich, was in dem Moment los war mit mir, aber irgendwie hat mich die Euphorie meiner Mitsuchenden Bekanntschaften gepaart mit der Notwendigkeit endlich sesshaft zu werden dazu veranlasst hier einzuziehen. Absolut verrückt. Noch am selben Tag haben wir den Mietvertrag unterschrieben und die Kaution überwiesen. Das nennt man wohl Nägel mit Köpfen machen.

„Das böße Erwachen“

Noch am selben Tag beschlichen mich die ersten Zweifel. Worauf hast du dich hier bloß eingelassen? 30 Leute in einem Haus? Ein Großteil davon Engländer, die wahrscheinlich jede Nacht zum Tage werden lassen und dazu noch ein kleines Zimmer? Die Entscheidung war getroffen und als ich am nächsten Tag zu meinem Zimmer kam, traf mich der Schlag. Was für ein Drecksloch hast du dir ausgesucht. Das Zimmer total verstaubt und Dreck überall. Der Kühlschrank total verdreckt. ABER das Schlimmste war der Geruch. Schnell war klar, hier muss erstmal gründlich sauber gemacht werden. Bepackt mit allerlei Putzmittel von unserem Supermarkt des Vertrauen „ALDI“ ging es an die Arbeit. Und siehe da, so schlimm sah es dann gar nicht mehr aus. Aber der Geruch, war sehr beißend und bald daraufhin fand ich auch die Ursache dafür. Meine nette Vormieterin (ich hoffe für sie, dass ich sie niemals kennenlernen werde, weil sonst würde ich ihr mal gründlich die Meinung geigen, was für eine, entschuldigt bitte die Ausdrucksweise, „Drecksau“ sie doch ist) hatte in ihren Schränken Mottenkugel platziert. Das Zeug stinkt wie die Hölle. Hab sie sofort entfernt, aber erst nachdem ich drei Raumerfrischer aufgestellt hatte (Vanilla, Erdbeere, und sonst noch was) ist es halbwegs erträglich geworden. Jetzt riecht mein Zimmer halt nach „Mädchen“, aber tausend Mal besser als vorher.

„So schlimm ist es doch gar net“

Nach den ersten Schockerlebnissen, ging es endlich bergauf. Ich hab mich mit meiner Situation abgefunden und habe ich mich auf das positive konzentriert, dass unsere neue Herberge bietet. Zum ersten ist mein Fitnessstudio nur 200 Meter von der Haustür entfernt und das beste, sie ist rund um die Uhr geöffnet und bietet Pump, Crossfit, und man höre und staune Yogakurse an. Ja, der Manuel macht jetzt Yoga, obwohl versucht es eher, aber es wird langsam (Die Kriegerposition 1-3 kann ich schon mal :D). Des Weiteren ist der AlDI Supermakt nur 400 Meter entfernt und das ist ein echtes Plus, den Einkaufen und Leben in Australien ist sehr teuer. Was mich schon zum nächsten Punkt bringt. Da das Essengehen hier relativ teuer ist (ein Döner kostet umgerechnet 6,50€), bin ich sozusagen gezwungen selbst zu kochen und wär meine Kochkünste kennt, der weiß „Oh weia, wie soll der arme Bub das bloß überleben“. Aber ich muss sagen, es wird, dank der netten Hilfe meiner Mitbewohner, die da zwar bestürzt über die Tatsache sind, dass ich mit 26 Jahren noch nie wirklich gekocht habe, aber trotzdem sie unterstützen mich und ich muss sagen, Kochen macht Spaß, wenn man Zeit hat. Und nun zum entscheidenden Faktor, es ist ziemlich cool mit so vielen Leuten unterschiedlicher Nationen zusammenzuleben. Es ist immer etwas los und man lernt täglich etwas Neues über andere Kulturen und sich selbst. Insgesamt leben hier 7 Nationen unter einem Dach (2 Deutsche, 2 Amerikaner, 3 Norwerger, 5 Dänen, 1 Australier, 1 Franzose und der Rest sind die Engländer (und die Saufen, dass hält man nicht aus => Klischee also voll und ganz erfüllt).

 

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